Depeche Mode - Behind the Scenes

Interview Nr. 1
Mit Tom Wyhnanek, einem der beiden Feuerkünstlern aus dem Video von  "Should be higher".


DM-Tour:
In unserem ersten Interview für DM-Tour wollen wir einen Blick hinter die Kulissen der ausklingenden Delta-Machine-Tour werfen. Konkret geht es um die von Anton Corbijn inszenierte Feuershow, die wir aus dem Videoclip und der Live-Performance von "Should be higher" kennen. Verantwortlich für die ungewohnt innovativen Bühnenbilder ist ein Projekt namens Fire-Space, dessen Protagonisten aus Berlin und Umgebung stammen - und das in den letzten Monaten mit der Depeche-Mode-Tour um die Welt gezogen ist. Neben Jérôme Padux gehört der Künstlergruppe auch Tom Wyhnanek an, der uns nachfolgend einige Fragen beantworten wird. Ich grüße dich, Tom!

Tom Wyhnanek:
Hallo, freut mich sehr.

Fire-Space live: "Should be higher"

DM-Tour:
Tom, erzähl doch mal ein bisschen über euer Projekt! Wer seid ihr und was macht ihr genau?

Tom:
Kenngelernt haben Jérôme und ich uns schon vor vielen Jahren im Berliner Umland. Damals habe ich bei einem Verein für Kinder und Jugendliche mit dem Feuerspiel angefangen und schon bald das Fire-Space-Projekt ins Leben gerufen. Darüber habe ich dann auch Jérôme kennengelernt, der ebenfalls Feuerspieler war. Mittlerweile leben wir in Berlin. Und über die Jahre ist das Projekt Fire-Space für uns zu mehr als einem Hobby geworden, da wir unsere Leidenschaft fürs Feuer gern auch beruflich verbinden und weitertragen wollten. Parallel dazu haben wir angefangen, zusammen Soziale Arbeit zu studieren. Und das machen wir immer noch - also wir studieren und performen unsere Fire-Space-Projekte.

DM-Tour:
Wie genau kam es zur Zusammenarbeit mit Depeche Mode?

Tom:
Mit Depeche Mode selbst haben wir leider nicht zusammengearbeitet. Dafür aber mit der Berliner Agentur trigger happy productions, die von den Partnern der Anton Corbijn Ltd. aus London damit beauftragt war, Künstler für die Videohintergründe der Delta-Machine-Tour zu suchen. Von dieser wurden wir dann, zusammen mit mehreren anderen Leuten, zu einer Art Casting eingeladen, wo einige Probeaufnahmen von unserer Feuershow gemacht wurden.

DM-Tour:
Hat die Agentur euch vorab gesagt, was sich Anton Corbijn genau vorstellt oder verlief das Casting eher nach dem Motto "Macht mal irgendwas, wir sagen, wenn es uns gefällt"?

Tom:
Ich glaube, das ist insgesamt so ein bisschen der Stil von Anton Corbijn: den Künstlern, die engagiert werden, freien Lauf zu lassen. So war es auch später bei den Aufnahmen, wo wir im Grunde nur tun sollten, was wir mögen und worin wir gut sind. Was die Kostüme und einzelnen Feuerspielelemente anging, wurden keine besonderen Anforderungen gestellt. Die Leute vor Ort fanden halt die Funken cool und die Aktion mit den Fackeln - und das wollten sie dann haben.

DM-Tour:
Wann habt ihr erfahren, dass ihr genommen werdet?

Tom:
Das ging relativ schnell. Mitte Februar 2013 haben wir dieses Casting gehabt und eine Woche später kam dann schon die Info: "OK, wir nehmen euch". Es ging also wirklich recht schnell.

DM-Tour:
Erzähl mir über eure erste Begegnung mit Anton Corbijn! Wann war das?

Tom:
Anfang März 2013, in der Geschäftsstelle von trigger happy productions in Berlin. Es waren noch andere Künstler anwesend und irgendwann kam Anton Corbijn dazu. Das gesamte Meeting dauerte gerade mal eine Stunde. Und trotzdem hat man sofort gespürt, dass Anton eine Berühmtheit ist. Er wirkte ein wenig distanziert und hat nicht viel geredet. Das haben zum größten Teil die Verantwortlichen der Agentur übernommen.

Fine Seufzer (Crew-Mitglied), Tom Wyhnanek, Anton Corbijn und Jérôme Padux (v. l. n. r.)

DM-Tour:
Wann habt ihr zum ersten Mal den Song "Should be higher" gehört?

Tom:
Das war während des Meetings, also knapp zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Albums "Delta Machine". Wir haben darum gebeten, in die Musik reinhören zu dürfen, zu der unsere Performance laufen sollte. Nur so konnten wir uns eine Vorstellung vom Rhythmus und der Geschwindigkeit machen. Und natürlich vom Gefühl, welches vermittelt wird. Der Song war auf Antons Laptop drauf, den niemand anfassen durfte. Alle elektrischen Geräte mussten ausgeschaltet sein und dann wurde "Should be higher" einmal abgespielt.

DM-Tour:
Wie habt ihr euch mit Anton Corbijn unterhalten? Auf Deutsch?

Tom:
Nein, wir haben Englisch miteinander gesprochen.

DM-Tour:
Seid ihr selbst Depeche Mode Fans - oder durch das Projekt zum ersten Mal mit dieser Musik in Berührung gekommen?

Tom:
Mein Kumpel Jérôme ist, durch seine Schwester, schon lange ein Fan von Depeche Mode. Für ihn war die ganze Aktion auf jeden Fall ein persönliches Highlight. Auch ich fand schon immer ein paar Sets der Band beeindruckend. Aber so richtig aufmerksam geworden auf Depeche Mode bin ich erst, als die "Personal-Jesus"-Variante von Johnny Cash rauskam. Außerdem bin ich selbst Musiker und habe Respekt vor Leuten, die über so lange Zeit tolle Musik machen. Insofern ist es auch für mich eine große Ehre gewesen.

DM-Tour:
Erzähl mir mehr über die Zusammenarbeit mit Anton Corbijn! Wo und wann fanden die Aufnahmen statt und wie lange hat alles gedauert?

Tom:
Das war ein bisschen verrückt. Der Drehtermin war für den 15. März 2013 angesetzt. Bereits um 07:30 Uhr sollten wir in den Havelstudios von Berlin-Westend sein, wo wir eine Stunde für die Vorbereitung hatten. Die Aufnahmen selbst, für die wir vorab fast zwei Wochen geprobt hatten, dauerten dann noch mal ungefähr 70 Minuten. Während des Drehs war ein Team von zehn bis zwölf Leuten anwesend. Hinzu kam eine Kamera, die so groß war, wie ein Kleinbus.
Anton Corbijn selbst erschien nur direkt zu den Aufnahmen. Er war sehr nett und hat uns komplett freie Hand gelassen. Insgesamt gab es von seiner Seite, glaube ich, nur zwei Anweisungen. Im Grunde wollte er lediglich, dass wir zeigen, was wir vorbereitet hatten.

DM-Tour:
Der Funkenflug, den ihr während eurer Show zeigt, ist etwas ganz Besonderes. Benutzt ihr hierfür spezielle Utensilien? Und worauf müsst ihr bei euren Vorführungen achten?

Tom:
Naja, wie wir die Funken produzieren, das versuchen wir schon ein bisschen für uns zu behalten. Das Problem ist letztendlich nur die Hitzeentwicklung und das Material. Auf jeden Fall brauchen wir immer nasse Baumwollkleidung, damit wir nicht anfangen zu brennen. Und wir achten darauf, unser Gesicht vor Verbrennungen zu schützen, weil die Hitze einfach nur krass ist.

Warm-Up: "Should be higher" (16 Bilder)

DM-Tour:
Ich gehe davon aus, dass ihr während der aktuellen Depeche-Mode-Tour auch auf einem Konzert wart, oder? Und wenn ja, wie war das Gefühl, euch auf den riesigen Leinwänden zu sehen?

Tom:
Auf jeden Fall! Wir wurden von trigger happy productions ins Berliner Olympiastadion eingeladen. Dort hatten wir sehr schöne Plätze in den oberen Rängen. Das Konzert war echt toll, sehr professionell ausgeführt. Und als "unser" Song kam, sind Jérôme und ich komplett ausgeflippt. Einfach unglaublich, da runter zu gucken, auf diese Menschenmasse. Man sieht tausende von Handys leuchten, die alles filmen. Und dann das eigene Gesicht - auf den großen Leinwänden. Einfach irre!

DM-Tour:
Geht man da nicht mit einem anderen Gefühl aus dem Stadion?

Tom:
Klar, wenn man in seinen Traum so viel Energie gesteckt hat und dann sieht, wie die Leute klatschen - das ist schon ein großartiges Gefühl. Auf der anderen Seite ist so ein Song natürlich nur ein Bruchteil des Konzerts, wo man im Hintergrund mit dabei sein darf. Dennoch: das Gefühl war toll.

DM-Tour:
Kann man euch eigentlich für Depeche-Mode-Partys buchen?

Tom:
Ja, sehr gern. Alle Kontaktdaten und Infos stehen auf unserer Homepage (fire-space.de) sowie bei Facebook (facebook.com/FireSpaceProject).

DM-Tour:
Vielen Dank für das spannende Interview. Gibt es deinerseits noch etwas hinzuzufügen?

Tom:
Alles bestens, ich bedanke mich auch. Betonen möchte ich nur noch, dass unser Anspruch, abgesehen von den persönlichen Erfahrungen und Interessen, in erster Linie darin bestand, dass Dave sich beim Singen umdreht und denkt "Yeah, das ist cool". Und dass Depeche Mode für ihre Show einen unvergesslichen Videohintergrund aus Funken und Feuer bekommen.

DM-Tour:
Also Tom, das muss ich dir als Fan sagen: es ist wirklich gelungen. Vielen Dank!


Interview: © 2014 Christian Haase (DM-Tour).

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